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Wo Immobilien in den Schweizer Alpen noch bezahlbar sind

In den bekanntesten Schweizer Ferienorten haben sich Wohnungen und Chalets stark verteuert, doch ausserhalb der Prestigedestinationen gibt es weiterhin Gemeinden mit deutlich tieferen Quadratmeterpreisen. Besonders Airolo, Glarus Süd, Ernen, Leukerbad, Goms, Evolène, Wildhaus-Alt St. Johann und Leysin liegen nach aktuellen Modellwerten unter dem Schweizer Durchschnitt. Käufer sollten jedoch nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Zweitwohnungsstatus, Finanzierung, Sanierungsbedarf, laufende Kosten und Wiederverkauf prüfen.

Autor: Nikita von Niederhäuser, Immobilienexperte UrbanHome Aktualisiert am: Lesezeit: ca. 18 Minuten

Kurz erklärt

Die günstigsten Chancen liegen 2026 eher in kleineren, weniger international vermarkteten Alpenorten als in den bekannten Prestigedestinationen. RealAdvisor weist für Juli 2026 modellierte Gemeinde-Durchschnittswerte von CHF 3’969 pro Quadratmeter in Airolo und CHF 4’559 in Glarus Süd aus; der Schweizer Vergleichswert liegt bei CHF 7’904. UBS zeigt gleichzeitig, dass Ferienwohnungen in den untersuchten Alpendestinationen im ersten Quartal 2026 durchschnittlich 4,1 Prozent teurer waren als ein Jahr zuvor und seit Ende 2019 rund 40 Prozent zugelegt haben. «Bezahlbar» bedeutet deshalb relativ günstig – nicht automatisch billig oder für jeden Haushalt finanzierbar.[1][3]

Der Schweizer Alpenimmobilienmarkt 2026

Der Markt ist zweigeteilt. Internationale Spitzenorte erreichen Preisniveaus, die mit normalen Schweizer Wohneigentumsmärkten kaum noch vergleichbar sind. UBS nennt für hochwertige Ferienwohnungen ungefähr CHF 25’000 pro Quadratmeter in Gstaad, CHF 24’000 im Engadin und in St. Moritz, CHF 23’500 in Verbier, CHF 22’000 in Andermatt und CHF 21’000 in Zermatt.[1]

Am unteren Ende der 35 untersuchten Ferienregionen liegen dagegen Destinationen wie Evolène, Goms, Leysin-Les Mosses, Ovronnaz, Elm/Braunwald, Anzère, Leukerbad, Wildhaus und Savognin. Auch Val-d’Illiez, Disentis, Nendaz/Veysonnaz, Hasliberg und Obersaxen Mundaun sind deutlich günstiger als die Top-Resorts. Trotzdem steigen die Preise in fast allen analysierten Märkten weiter.

MarktgruppeBeispieleEinordnung
Internationale SpitzenmärkteGstaad, St. Moritz, Verbier, Andermatt, ZermattÜber CHF 20’000 pro m² im gehobenen Ferienwohnungssegment.
Teure etablierte DestinationenDavos/Klosters, Arosa, Flims/Laax, Lenzerheide, Jungfrau-RegionGemäss UBS etwa CHF 16’000 bis 18’000 pro m².
Vergleichsweise günstigere FerienmärkteGoms, Evolène, Leukerbad, Wildhaus, Leysin-Les Mosses, Elm/BraunwaldDeutlich tiefer, aber Objektqualität und Zweitwohnungsstatus können grosse Aufschläge bewirken.
Alpengemeinden ausserhalb grosser ResortmarkenAirolo, Glarus Süd, Ernen und weitere Tal- oder RegionalzentrenTeilweise weit unter dem Schweizer Gemeinde-Durchschnitt.
Wichtig: Ein Gemeinde-Durchschnittspreis und der Preis einer hochwertigen Ferienwohnung messen nicht dasselbe. Eine renovierte Zweitwohnung direkt an der Bergbahn kann doppelt so teuer sein wie ein älteres Erstwohnungsobjekt im gleichen Gemeindegebiet.

Aktueller Preisvergleich: Wo die Durchschnittswerte tiefer sind

Die folgende Tabelle verwendet modellierte Durchschnittspreise von RealAdvisor. Das Modell kombiniert Inserate, historische Verkäufe, professionelle Bewertungen und Geodaten. Die Schätzung für 80 Quadratmeter ist eine reine Multiplikation und enthält weder Notariatskosten noch Steuern, Renovationen, Parkplatz oder Möblierung.

GemeindeDurchschnitt pro m²Rechnerischer Wert für 80 m²Einordnung
Airolo (TI)CHF 3’969ca. CHF 317’520Sehr tiefer Vergleichswert; Gotthardlage, ältere Bausubstanz genau prüfen.
Glarus Süd (GL)CHF 4’559ca. CHF 364’720Grosse Gemeinde mit deutlichen Unterschieden zwischen Talorten und Ferienlagen.
Ernen (VS)CHF 5’050ca. CHF 404’000Historische Dorfstruktur und Nähe zur Aletsch- und Gomsregion.
Leukerbad (VS)CHF 5’342ca. CHF 427’360Thermal- und Bergdestination; viele Wohnungen, Zustand und Erneuerungsfonds prüfen.
Goms (VS)CHF 5’742ca. CHF 459’360Langlauf- und Ganzjahresregion; Mikrolagen und Erreichbarkeit unterscheiden sich.
Evolène (VS)CHF 6’020ca. CHF 481’600Authentische Walliser Destination mit tieferem Preisniveau als die Top-Resorts.
Wildhaus-Alt St. Johann (SG)CHF 6’380ca. CHF 510’400Ostschweizer Ferienregion mit Zürich-Nähe und wachsender Ganzjahresnachfrage.
Leysin (VD)CHF 6’625ca. CHF 530’000Waadtländer Bergort mit Bahnanschluss und internationaler Ausrichtung.
Obersaxen Mundaun (GR)CHF 7’727ca. CHF 618’160Noch unter dem Schweizer Mittel, aber gute Ferienlagen können deutlich teurer sein.
SchweizCHF 7’904ca. CHF 632’320Vergleichswert über alle Gemeinden und unterschiedliche Immobilientypen.

Die Tabelle ist eine Suchhilfe, keine Bewertung eines konkreten Objekts. Innerhalb derselben Gemeinde können Aussicht, Besonnung, Baujahr, Renovationsstand, Erreichbarkeit, Einstellplatz und rechtlich zulässige Nutzung Preisunterschiede von mehreren tausend Franken pro Quadratmeter verursachen.

Welche Alpenregionen sind für preisbewusste Käufer interessant?

Airolo und obere Leventina

Airolo bietet Bahn- und Autobahnanschluss am Gotthard, alpine Landschaft und ein sehr tiefes durchschnittliches Preisniveau. Käufer sollten besonders Gebäudealter, energetischen Zustand, Schneelast, Feuchtigkeit und die Distanz zu Freizeitangeboten prüfen.

Glarus Süd und Elm/Braunwald

Die grosse Gemeinde verbindet erschwinglichere Talorte mit touristischen Lagen. Der Mittelwert verdeckt starke Unterschiede: Nähe zu Bergbahn, Aussicht und Zweitwohnungsstatus können die Preise deutlich erhöhen.

Ernen und Goms

Historische Dörfer, Langlauf, Wandern und die Nähe zur Aletschregion machen das obere Wallis attraktiv. Gleichzeitig sind Anreisezeit, saisonale Nachfrage und ältere Bausubstanz wichtige Prüfpunkte.

Leukerbad

Leukerbad kombiniert Thermalangebot und Bergtourismus mit relativ tiefen Durchschnittswerten. Bei Stockwerkeigentum sind Erneuerungsfonds, Lift, Fassade, Flachdach, Hallenbad und andere gemeinschaftliche Anlagen besonders kostenrelevant.

Evolène und Seitentäler

Evolène bietet traditionelle Walliser Dorfstrukturen und liegt im UBS-Vergleich am günstigeren Ende. Die geringe Marktgrösse kann jedoch zu weniger Auswahl und längeren Wiederverkaufszeiten führen.

Wildhaus-Alt St. Johann

Das Toggenburg ist aus der Deutschschweiz gut erreichbar und ganzjährig nutzbar. Diese Nähe stärkt die Nachfrage, weshalb besonders gute Objekte bereits deutlich über dem Gemeinde-Mittel liegen können.

Leysin-Les Mosses

Leysin verbindet Berglage, Bahnanschluss, Schulen und internationale Gäste. Wohnungen sind im Vergleich zu vielen Westschweizer Spitzenorten günstiger, doch die Preise sind zuletzt weiter gestiegen.

Obersaxen Mundaun und Surselva

Die Region bleibt im nationalen Vergleich knapp unter dem Mittel. Gute Ski-in/Ski-out-Lagen und Neubauten können jedoch erheblich teurer sein als ältere Wohnungen in weniger zentralen Fraktionen.

Warum bleiben manche Alpenorte günstiger?

  • geringere internationale Bekanntheit und weniger Luxusnachfrage,
  • kleinere Skigebiete oder weitere Distanz zu grossen Zentren,
  • mehr ältere Wohnungen und Häuser mit Sanierungsbedarf,
  • schwächere touristische Vermietbarkeit ausserhalb der Hauptsaison,
  • weniger Neubau- und Prestigeprojekte,
  • begrenztere Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten oder medizinische Versorgung,
  • höhere Abhängigkeit vom Auto oder längere Reisezeiten,
  • kleinerer Käuferkreis und geringere Marktliquidität.

Diese Merkmale sind nicht nur Nachteile. Wer Ruhe, Authentizität, Wandern, Langlauf oder einen späteren Hauptwohnsitz sucht, kann gerade ausserhalb der grossen Resortmarken das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis finden.

Erstwohnung, Zweitwohnung oder touristisch bewirtschaftetes Objekt?

Der gleiche Grundriss kann je nach Nutzungsstatus einen anderen Marktwert haben. Käufer müssen vor einer Reservation klären, wie das Objekt rechtlich genutzt werden darf.

StatusTypische NutzungWichtige Prüfung
ErstwohnungDauerhafter HauptwohnsitzWohnsitzpflicht und kommunale Kontrolle.
Freie ZweitwohnungEigennutzung als Ferien- oder WochenendwohnungBestehende Nutzungsfreiheit und Eintragungen prüfen.
Touristisch bewirtschaftete WohnungVermietung über Betreiber oder VermietungspoolEigennutzungswochen, Betreibervertrag, Gebühren und Renditeverteilung.
Altrechtliche WohnungVor Einführung der Beschränkung bewilligtes ObjektBaubewilligung, Umbaugeschichte und aktuelle Nutzungsauflagen prüfen.
Nicht allein auf das Inserat verlassen: Formulierungen wie «ideal als Ferienwohnung» sind kein rechtlicher Nachweis. Massgebend sind Grundbuch, Baubewilligung, Nutzungsauflagen und die Auskunft der Gemeinde.

Was das Zweitwohnungsgesetz für Käufer bedeutet

In Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil von über 20 Prozent dürfen grundsätzlich keine neuen unbewirtschafteten Zweitwohnungen mehr bewilligt werden. Ende März 2026 zählte das Bundesamt für Raumentwicklung 331 solche Gemeinden, überwiegend im Alpenraum.[4]

Das Gesetz ist kein vollständiges Kaufverbot. Bestehende Zweitwohnungen können grundsätzlich handelbar sein, und touristisch bewirtschaftete Modelle sind unter Voraussetzungen möglich. Entscheidend ist aber der Status des konkreten Objekts. Umbauten, Zusammenlegungen, Erweiterungen oder Nutzungsänderungen können zusätzliche Fragen auslösen.

Vor dem Kauf bei der Gemeinde klären

  • Wie hoch ist der aktuelle Zweitwohnungsanteil?
  • Ist das Objekt als Erstwohnung, Zweitwohnung oder touristisch bewirtschaftete Wohnung bewilligt?
  • Besteht eine öffentlich-rechtliche Nutzungsbeschränkung?
  • Darf die Wohnung dauerhaft oder kurzfristig vermietet werden?
  • Welche Regeln gelten bei Umbau, Erweiterung oder Ersatzneubau?

Lex Koller: Einschränkungen für Käufer aus dem Ausland

Personen im Ausland benötigen je nach Wohnsitz, Staatsangehörigkeit und Objekt eine Bewilligung. Für Ferienwohnungen gelten Kontingente und weitere Voraussetzungen. Die Regeln müssen vor Vertragsunterzeichnung mit der kantonalen Bewilligungsbehörde oder einem Notariat geklärt werden.

Der Bundesrat eröffnete am 15. April 2026 eine Vernehmlassung zur Verschärfung der Lex Koller, unter anderem mit weiteren Einschränkungen beim Ferienwohnungskauf durch Personen im Ausland. Diese Revision war am 30. Juli 2026 noch nicht geltendes Recht.[5]

Ferienwohnungen werden strenger finanziert

Ein tiefer Kaufpreis bedeutet nicht automatisch eine einfache Finanzierung. Banken bewerten Ferienobjekte vorsichtiger, weil sie bei einem Verkauf stärker von Tourismus, Mikrolage und Marktnachfrage abhängen.

  • häufig höhere Eigenmittel als beim Hauptwohnsitz,
  • anbieterabhängig oft maximal 60 bis 75 Prozent Belehnung,
  • keine Finanzierung über die Wohneigentumsförderung der Pensionskasse,
  • Tragbarkeit unter Einbezug der bestehenden Hauptwohnung,
  • vorsichtige Bewertung bei älteren oder schwer verkäuflichen Objekten,
  • Mieteinnahmen werden nicht immer vollständig angerechnet.

PostFinance nennt für Ferienobjekte eine maximale Belehnung von 75 Prozent. Andere Anbieter können deutlich mehr Eigenkapital verlangen. Eine Finanzierungsbestätigung sollte deshalb vor einer verbindlichen Reservation eingeholt werden.[6]

Nicht nur der Kaufpreis: die vollständigen Kosten

KostenblockTypische Bestandteile
KaufnebenkostenNotariat, Grundbuch, Handänderungssteuer je nach Kanton und Finanzierungskosten.
StockwerkeigentumVerwaltung, Heizung, Lift, Schneeräumung, Hauswart, Erneuerungsfonds und Sonderumlagen.
GebäudeunterhaltDach, Fassade, Fenster, Heizung, Leitungen, Feuchtigkeit und energetische Sanierung.
NutzungAnreise, Parkplatz, Möblierung, Internet, Reinigung und Leerstandszeiten.
VermietungPlattform, Betreiber, Schlüsselservice, Reinigung, Wäsche, Kurtaxe und Verwaltung.
SteuernVermögen, Ertrag oder Eigenmietwert bis 2028 sowie mögliche Objektsteuer ab 2029.

Ab 1. Januar 2029 wird der Eigenmietwert auf selbstgenutzten Erst- und Zweitliegenschaften abgeschafft. Kantone können gleichzeitig eine besondere Objektsteuer auf überwiegend selbstgenutzten Zweitliegenschaften einführen. Käufer sollten deshalb mindestens zwei Steuerszenarien rechnen.[7]

Standort-, Klima- und Wiederverkaufsrisiken

Ganzjahresqualität statt nur Schneehöhe

Langfristig sind Wandern, Bike-Angebot, Kultur, Thermalbad, Bahnanschluss und sommerliche Temperaturen oft ebenso wichtig wie das Skigebiet. Tiefere Lagen können schneeunsicherer sein, aber als Ganzjahres- und Alterswohnsitz attraktiver werden.

Naturgefahren

Prüfen Sie kantonale Gefahrenkarten für Lawinen, Hochwasser, Rutschungen und Steinschlag. Versicherbarkeit und bauliche Auflagen können den Wert beeinflussen.

Marktliquidität

In kleinen Orten gibt es weniger Transaktionen. Ein günstiger Kauf kann sich beim Wiederverkauf als langsam erweisen, besonders bei sanierungsbedürftigen Grosswohnungen oder strengen Nutzungsauflagen.

Erreichbarkeit

Bahnanschluss, wintertaugliche Zufahrt, Parkplatz und Reisezeit zu den grossen Wohnzentren beeinflussen Eigennutzung, Vermietbarkeit und Wiederverkauf stärker als viele Käufer zunächst annehmen.

Welche Region passt zu welchem Käuferprofil?

KäuferprofilMögliche RegionenPriorität
Sehr tiefes BudgetAirolo, Glarus Süd, einzelne Orte in Ernen/GomsSanierungsbedarf und Wiederverkauf besonders genau prüfen.
Deutschschweizer WochenendnutzungWildhaus-Alt St. Johann, Glarus Süd, HaslibergKurze Anreise und Ganzjahresangebot.
Walliser Berg- und LanglaufferienGoms, Ernen, Evolène, LeukerbadObjektstatus, Dorfteil und Winterzugang.
Westschweizer BahnanschlussLeysin und Les MossesErreichbarkeit, internationale Nachfrage und Mietpotenzial.
Graubünden unter Top-Resort-PreisenObersaxen Mundaun, Disentis, SavogninMikrolage und Abstand zu Bergbahnen.
Späterer HauptwohnsitzOrte mit Bahn, Einkauf, Medizin und GanzjahreslebenAlltagsinfrastruktur wichtiger als reine Ferienattraktivität.

Schritt für Schritt zur passenden Alpenimmobilie

  1. Gesamtbudget inklusive mindestens 25 bis 30 Prozent Eigenmittel und Kaufnebenkosten festlegen.
  2. Klären, ob Hauptwohnsitz, freie Zweitwohnung oder vermietetes Ferienobjekt gesucht wird.
  3. Regionen nach Reisezeit, Ganzjahresangebot und Infrastruktur vergleichen.
  4. Gemeinde-Durchschnittswerte nur als ersten Filter verwenden.
  5. Zweitwohnungsstatus und Lex-Koller-Fragen vor einer Reservation abklären.
  6. Grundbuch, Pläne, Baubewilligungen und Nutzungsauflagen prüfen.
  7. Bei Stockwerkeigentum Protokolle, Reglement und Erneuerungsfonds analysieren.
  8. Gebäudezustand und energetischen Sanierungsbedarf fachlich beurteilen.
  9. Naturgefahren, Winterzugang, Parkplatz und Schneeräumung prüfen.
  10. Vermietungserträge konservativ und nach allen Kosten berechnen.
  11. Steuerrechnung bis 2028 und ab 2029 simulieren.
  12. Finanzierung schriftlich bestätigen lassen.
  13. Vergleichsobjekte in derselben Mikrolage besichtigen.
  14. Kaufvertrag vor der öffentlichen Beurkundung prüfen lassen.

Checkliste: Ist die günstige Alpenimmobilie wirklich ein guter Kauf?

Preis und Finanzierung

Recht und Nutzung

Gebäude und Standort

Häufige Fragen zu bezahlbaren Immobilien in den Schweizer Alpen

Bezahlbar ist relativ. In diesem Artikel gelten vor allem Gemeinden als vergleichsweise günstig, deren modellierte Durchschnittspreise unter dem Schweizer Wert von CHF 7’904 pro Quadratmeter liegen oder die innerhalb des alpinen Ferienwohnungsmarkts zur tieferen Preisgruppe gehören.

Zu den vergleichsweise günstigen Gemeinden gehören nach den ausgewerteten Modellwerten unter anderem Airolo, Glarus Süd, Ernen, Leukerbad, Goms, Evolène, Wildhaus-Alt St. Johann und Leysin. Einzelne Objekte können je nach Lage, Zustand und Zweitwohnungsstatus deutlich abweichen.

Eine reine Multiplikation der aktuellen Gemeinde-Durchschnittswerte ergibt ungefähr CHF 318’000 in Airolo, CHF 365’000 in Glarus Süd, CHF 404’000 in Ernen, CHF 427’000 in Leukerbad und CHF 459’000 in Goms. Das sind keine konkreten Angebotspreise und enthalten keine Kaufnebenkosten.

Die Gemeinde-Durchschnittswerte umfassen unterschiedliche Objektarten und Lagen. UBS betrachtet hochwertige Ferienwohnungen in touristischen Destinationen. Ein gut gelegenes, renoviertes Zweitwohnungsobjekt kann deshalb deutlich teurer sein als der Durchschnitt der gesamten Gemeinde.

Airolo liegt verkehrsgünstig am Gotthard und bietet alpines Wohnen, erreicht aber nicht die internationale Nachfrage und das Prestige der bekanntesten Resorts. Angebot, Gebäudealter, Höhenlage, lokale Nachfrage und die Distanz zu grossen Skigebieten wirken auf das Preisniveau.

Im Vergleich zu den teuersten Walliser Destinationen sind diese Regionen weiterhin deutlich günstiger. Gleichzeitig steigen auch dort die Preise, und besonders gut erhaltene Chalets, freie Zweitwohnungen oder Objekte an sehr guter Lage können wesentlich über dem Gemeinde-Durchschnitt liegen.

Nein. In Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil von über 20 Prozent dürfen grundsätzlich keine neuen unbewirtschafteten Zweitwohnungen bewilligt werden. Ausnahmen bestehen etwa für touristisch bewirtschaftete Wohnungen. Die konkrete Nutzungsauflage muss für jedes Objekt geprüft werden.

Je nach Staatsangehörigkeit, Wohnsitz und Objekt ist eine Bewilligung nach Lex Koller erforderlich. Personen im Ausland unterliegen besonderen Einschränkungen. Vor einem Kauf sollte die kantonale Bewilligungsbehörde oder ein Notariat verbindlich angefragt werden.

Banken verlangen für Ferien- und Zweitwohnungen häufig mehr Eigenkapital als für den selbst bewohnten Hauptwohnsitz. Je nach Anbieter und Objekt sind häufig mindestens 25 bis 30 Prozent, teilweise 30 bis 50 Prozent Eigenmittel erforderlich.

Für eine Ferien- oder Zweitwohnung kann die Wohneigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge grundsätzlich nicht genutzt werden. Vorsorgegelder sind für selbst bewohntes Wohneigentum am Hauptwohnsitz vorgesehen.

Ab 1. Januar 2029 entfällt der Eigenmietwert auch auf selbstgenutzten Zweitliegenschaften. Gleichzeitig können Kantone eine besondere Objektsteuer auf überwiegend selbstgenutzte Zweitwohnungen einführen. Die konkrete Belastung hängt von der kantonalen Umsetzung ab.

Das hängt von der Nutzungsauflage, dem kommunalen Recht, dem Stockwerkeigentümerreglement, allfälligen Bewilligungen und dem Erwerbsstatus ab. Auch bei zulässiger Vermietung sind Verwaltung, Reinigung, Plattformkosten und Steuern einzurechnen.

Wichtig sind Naturgefahrenkarten, Hochwasser, Lawinen, Rutschungen, Steinschlag, Erreichbarkeit im Winter, langfristige Schneesicherheit und sommerliche Attraktivität. Ein tiefes Preisniveau kann teilweise mit höherem Sanierungs- oder Standortrisiko verbunden sein.

Wichtig sind Grundbuchauszug, Nutzungsauflagen als Erst- oder Zweitwohnung, Baubewilligungen, Stockwerkeigentümerreglement, Protokolle, Erneuerungsfonds, Sanierungsplan, Gebäudeversicherung, Energiezustand, Naturgefahren, Steuern, Vermietungsregeln und eine Finanzierungsbestätigung.

Quellen und Datenstand

Der Artikel berücksichtigt den bis zum 30. Juli 2026 verfügbaren Datenstand. Preisangaben sind Modell- oder Segmentwerte und ersetzen keine Bewertung eines konkreten Objekts.

  1. UBS Swiss Alpine Property Focus 2026, 3. Juni 2026
  2. UBS Medienmitteilung: Alpine Ferienwohnungen 2026
  3. RealAdvisor: Immobilienpreise Schweiz, Juli 2026
  4. RealAdvisor: Airolo; Glarus Süd; Ernen; Leukerbad; Goms; Evolène; Wildhaus-Alt St. Johann; Leysin; Obersaxen Mundaun
  5. ARE: 331 Gemeinden mit über 20 Prozent Zweitwohnungen, 31. März 2026
  6. ARE: Zweitwohnungsgesetz und Ausnahmen
  7. Bundesamt für Justiz: Revision Lex Koller, Stand 2026
  8. PostFinance: maximale Belehnung von Ferienobjekten
  9. Raiffeisen: Wohneigentumsförderung bei Zweit- und Ferienwohnungen ausgeschlossen
  10. EFD: Abschaffung des Eigenmietwerts ab 2029 und mögliche Objektsteuer
  11. ch.ch: Zweit- oder Ferienwohnung kaufen

Zusammenfassung

Bezahlbarere Immobilien gibt es in den Schweizer Alpen weiterhin, aber meist ausserhalb der international bekannten Top-Destinationen. Besonders Airolo, Glarus Süd, Ernen, Leukerbad, Goms, Evolène, Wildhaus-Alt St. Johann und Leysin weisen aktuelle Modellwerte unter dem Schweizer Durchschnitt auf. Der tiefe Quadratmeterpreis allein reicht jedoch nicht für einen guten Kauf. Entscheidend sind der rechtliche Erst- oder Zweitwohnungsstatus, Finanzierung mit erhöhtem Eigenkapital, Gebäudesanierungen, Gemeinschaftskosten, Steuern, Naturgefahren, Ganzjahresqualität und Wiederverkauf. Wer diese Punkte systematisch prüft, kann in kleineren Alpenorten ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis finden als in Gstaad, St. Moritz, Verbier, Andermatt oder Zermatt.

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